Wie Social Media unser Leben verändert

Social-Media-Auswirkungen
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Es führt kein Weg an der Tatsache vorbei, dass Social Media die Art und Weise wie wir agieren, verändert hat. Der eine sagt, dass es eine tolle Sache sei und einen positiven Einfluss auf unser Leben habe, der andere hält es für eine absolute Katastrophe. In Wirklichkeit liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte zwischen diese beiden Extrema.

Sicherlich gibt es viele Vorteile, die die sozialen Medien bieten, allerdings auch einige legitime Bedenken über die Art und Weise, wie es einen Einfluss auf unsere Interaktionen ausübt. Diese Veränderungen, die jetzt schon einen bedeutenden Einfluss auf unser Leben haben, werden sich mit Sicherheit in der Zukunft noch weiter ausprägen.


Einfluss auf andere Kulturen und die Sprache

Nicht nur die westliche Kultur hat die Macht der sozialen Medien zu spüren bekommen, auch andere Kulturen sind von dieser tiefgreifenden Veränderung betroffen. Statistiken zeigen, dass es nicht die Engländer oder wir Deutschen sind, die durchschnittlich am meisten Zeit mit diesen verbringen. Nein, vielmehr sind es Menschen aus östlichen Ländern wie Russland, der Türkei oder sogar Ägypten, die ihre Freizeit mit sozialen Netzwerken verbringen.

Wörter wie „lol“ oder „liken“, die dem englischen Sprachgebrauch entstammen, sind mittlerweile auch in der deutschen, russischen, französischen, chinesischen oder spanischen Sprache herzlich willkommen. Dies hat sicherlich auch einen großen Einfluss auf die Art, wie wir mit anderen Kulturen agieren. In der Vergangenheit war man auf die Kommunikation mit Menschen begrenzt, die man kennt. Heutzutage kann man mit Menschen aus der ganzen Welt interagieren. Als nur ein großer Vorteil sei die Möglichkeit genannt, Meinungen mit einem weitaus größeren Spektrum von Menschen zu teilen.

Auswirkungen auf die Kommunikation

Journalisten oder auch ganz normalen Nutzern wird nicht mehr der Luxus geboten, sich durch eine unbegrenzte Anzahl von Wörtern auszudrücken. Twitter zum Beispiel schränkt ihre Nutzer in der Form ein, dass ein 140-Zeichen-Limit existiert. Diese vorgeschaltete Kreativität bedeutet allerdings auch, dass man des Öfteren dazu gezwungen ist, die richtige Grammatik und Rechtschreibung zu vernachlässigen.

Man kann schon fast sagen, dass Personen, die in der Lage sind eine sinnvolle und grammatikalisch korrekte Nachricht mit sehr wenigen Zeichen zu übermitteln, Meister der geschriebenen Sprache sind. Wir sollen schneller auf den Punkt kommen. Vorbei ist der Smalltalk und die langen Intros, die einer neuen Art des Schreibens weichen. Erfolgreiche Blogger wissen, dass sie nur wenige Sekunden haben, um ihre Leser in den Bann zu ziehen, ehe diese wegklicken. Kurze, druckvolle Sätze haben sich als beliebte Methode etabliert, um im Social Web zu kommunizieren. Eine Beurteilung dieses Faktes darf jeder für sich selbst vornehmen.

Social Media im Hinblick auf die Bildung

Soziale Medien haben die Welt zu einem kleineren Ort gemacht. Wir haben mehr Informationen, mehr Wissen und bessere Chancen, dieses anzuwenden. Die Fähigkeit Informationen aufzunehmen wird signifikant verbessert. Die extrem einfache Verarbeitung bewirkt besonders bei jungen Menschen eine schnelle Weiterentwicklung. Schon in jungen Jahren wird ihnen eine Kommunikationsplattform geboten, auf denen die Verbreitung von Ideen und Kreativität schier endlos zu sein scheint.

Dennoch darf man nicht den Fakt außer Acht lassen, dass eine fehlende Kommunikation von Angesicht zu Angesicht die Gefahr birgt, die soziale Kompetenz zu verlieren, je mehr Zeit man anstelle von Gesprächen hinter dem Bildschirm verbringt. Die Liebe zum Detail und die auf die Aussprache und Grammatik gelegte Aufmerksamkeit hat einen drastischen Rückgang erfahren. Unsere Fähigkeit Informationen schnell aufzunehmen hat sich gesteigert, diese allerdings auf langfristige Sicht im Kopf zu behalten, hat aufgrund der Tatsache, dass diese über die sozialen Medien einfach zugänglich sind, abgenommen.

Stressabbau für Jugendliche

Viele Eltern machen sich Sorgen um die exzessive Nutzung der sozialen Medien seitens ihrer Kinder. Diesem Thema hat sich Microsofts erstrangiger Forscher Danah Boyd gewidmet, der unter anderem sagt, dass die Beziehung, die Jugendliche zu Social Media haben, sehr kompliziert sei. Sie sei mit vielen Tendenzen gespickt, ihre Grenze zu testen. In seinem Buch spricht er davon, dass die Nutzung von Social Media für Teenager einen gewissen Stressabbau bedeuten würde, dem sie täglich gegenüberstehen. Er rät Eltern zur Entspannung, wenn es um den Einsatz von Technologien geht und bittet sie darum, dem Wunsch der Teenager nach ihrer Privatsphäre nachzukommen.

Es gibt zudem eine wachsende Zahl von Initiativen wie „Think Before You Share“, die gegründet wurden, um Jugendliche über das, was sie selbst und andere auf Facebook und anderen sozialen Plattformen teilen, nachdenklich zu stimmen. Da es auch im realen Leben sinnvoll ist über etwas nachzudenken, bevor man es ausspricht, sollte diese Methode auch in der virtuellen Welt angewandt werden.

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